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15.09.20

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Lieblings-Spielzeug Tennisball: Gefahr für den Hund?

Sie sind im Prinzip das Komplettpaket für den Hund, wenn es um Beschäftigung, Bewegung und Spiel geht: Tennisbälle sind beliebt bei Tieren und Haltern. Auf Tennisplätzen ist die Nachfrage nach den nicht mehr spielbaren Bällen denkbar hoch, denn die Hundebesitzer stehen manchmal sogar auf Wartelisten, um die Bälle für ihre Lieblinge abzuholen. Auch bei entsprechenden Angeboten im Discounter reißen sich nicht nur Tennisfreunde um die gelben Bälle; auch hier findet sich mancher Hundefreund, der seinem Vierbeiner eine Freude machen will.

Die Vorteile von Tennisbällen liegen klar auf der Hand. Auch kleine Hunde können sie bewegen, spätestens ab mittelgroßen Rassen passt der Ball auch wunderbar ins Maul. Sie springen lustig, wenn sie geworfen werden und haben auch ein entsprechend geringes Gewicht, das das Werfen einfach macht. Zum Apportieren, über die Wiese tollen und auch für Suchspiele ist der Tennisball also im Grunde perfekt. Da die Bälle auch auf dem Wasser schwimmen, machen sie auch schwimmfreudigen Hunden eine Menge Spaß. Mit einem Teppichmesser einen Schlitz gemacht, können Leckerlis versteckt werden, was die Möglichkeiten zu spielen weiter erhöht. Schlussendlich sind die Bälle, wenn nicht aussortiert vom Tennisverein und damit meist umsonst, günstig und es ist nicht schlimm, wenn mal ein Exemplar verloren oder kaputt geht.

Aufgrund dieser vielen Vorteile gehören für viele Menschen Hunde und Tennisbälle untrennbar zusammen. Dabei weiß man mittlerweile aber, dass die heiß geliebten Freizeitverkürzer durchaus Risiken mit sich bringen, die man nicht unterschätzen darf.

Chemie pur im Tennisball

Wir Menschen haben Tennisbälle in der Hand, in der Hosentasche und bearbeiten ihn ansonsten mit dem Schläger. Der Hund hingegen hat ihn die meiste Zeit in seinem Maul. Von außen nach innen bekommt es der Speichel dann mit Farbstoffen und anderer Chemie zu tun – zum Beispiel wird ein solcher Ball behandelt, um möglichst witterungsbeständig zu bleiben. Die innere Hülle des Balls ist nicht wirklich gesünder. Die Füllung ist nicht etwa Luft, wie man auf den ersten Blick denken mag. Zerbeißt der Hund den Tennisball, bekommt er es mit Stickstoff und anderen Gasen zu tun, die in das Spielzeug gefüllt werden, damit bei seinem eigentlichen Zweck, dem Tennisspiel, die Flugleistung und Hüpffähigkeit des Balles optimal sind. Einatmen, Verschlucken und Aufnahme der Chemikalien über den Speichel und den Verdauungstrakt können also durchaus gesundheitsschädlich sein.

Ersticken ist möglich!

Bei jeder Hunderasse kann es passieren, dass das Tier in akute Lebensgefahr gerät. Kleine Hunde haben durchaus die Kraft im Kiefer, den Tennisball zu zerbeißen. Kleine Stücke reichen dann schon aus, die Luftröhre zu verschließen, sodass der Hund nicht mehr atmen kann. Bei größeren Hunden ist die Kraft im Kiefer noch größer – sie können so viel Druck auf den Ball ausüben, dass dieser für einen Moment flach im Maul ist. Rutscht er in diesem Augenblick so weit nach hinten, dass er sich im Rachenraum wieder von selbst entfaltet, verschließt auch dies die Luftzufuhr. Nur ein beherzter Griff ins Maul kann helfen, um die Atemwege wieder frei zu bekommen. Aus Spaß wird Ernst – und das schneller, als man es denkt und hofft.

Zahnschäden sind vorprogrammiert

Je intensiver und länger sich ein Hund mit einem nicht für das Hundegebiss geeigneten Tennisball beschäftigt, umso schädlicher ist dies für die Zähne. Zwar ist intensives Kauen auf einem solchen Gegenstand gut für die Kaumuskulatur, doch die Beißerchen selbst nehmen definitiv Schaden. Der Überzug eines Tennisballs besteht nicht aus Filz, sondern aus einem Materialienmix, in welchem sogar Glaswolle enthalten sein kann. Auch Nylon ist gerne ein Bestandteil der Sportbälle. Mit der Zeit reiben die Fasern des Balles so sehr am Zahnschmelz des Hundes, dass dieser Lücken bekommt und der Zahn angreifbar ist. Egal, ob beim Kauen oder Fangen – der Ball wirkt wie Schleifpapier und kann böse Zahnschmerzen und eine teure und aufwändige Zahnbehandlung beim Vierbeiner nach sich ziehen.

Darmverschluss dank Tennisball

Die meisten Tennisbälle, die Hunde zum Spielen benutzen, bleiben nicht so lange heile. Fehlt eine Ecke, weil der Liebling einmal wieder seiner Beißlust nachgegeben hat, so sollte man sehr gründlich suchen, ob man dieses Fragment wieder findet. Bleibt es verschwunden, besteht die Gefahr, dass der Hund es verschluckt hat. Nicht immer findet es dann auf natürlichem Wege wieder an das Tageslicht zurück. Ein Darmverschluss kann lebensgefährlich sein!

Aber mein Hund liebt Tennisbälle!?

Wer bislang nichts von den Gefahren, die vom Tennisball als Hundespielzeug ausgehen, gewusst hat, wird sich nun zwei Mal überlegen, ob er seinem Liebling nicht sofort alle Exemplare wegnimmt. Der Vierbeiner wird sein geliebtes Beschäftigungsmittel natürlich vermissen. Hierzu hat der Zoohandel aber perfekte Alternativen, bei deren Herstellung ganz bewusst auf Hundegesundheit und Sicherheit für das Tier geachtet wurde.

Den Produzenten von Tennisbällen kann man keinen Vorwurf machen, denn sie stellen ja bekanntlich Sportzubehör her, das auch ausdrücklich als solches verkauft wird. Nirgends wird auf einer Verpackung stehen „Tennisbälle, auch als Hundespielzeug zu benutzen!“ Lassen Sie also die Tennisbälle den Sportskanonen und kaufen Sie lieber ausdrückliche Hundebälle, die optisch und funktional dem Tennisball sehr nahe kommen, oftmals noch witzige Zusatzfunktionen (Leuchten, Geräusche usw.) aufweisen und die meisten oben beschriebenen Gefahren gar nicht erst aufkommen lassen. Für Kauspiele ohne Aufsicht eignet sich fressbares Spielzeug am allerbesten – Schweineohren, Ochsenziemer und Co. erfreuen das Hundeherz letztendlich auch.


 

Bild von Sven Lachmann auf Pixabay

Über den Autor

Kai Nagel – Geschäftsführer bei R.Bubeck & Sohn

Kai Nagel ist Geschäftsführer der ältesten Hundefutter-Manufaktur der Welt, Bubeck, die seit 1893 besteht. Geboren in eine Familie mit einer tiefen Verwurzelung in der Landwirtschaft und der Tierernährung, bringt Kai über 50 Jahre Erfahrung und ein umfassendes Verständnis für die Bedürfnisse von Hunden mit. Seit die Familie Nagel die traditionsreiche Firma 1982 übernommen hat, setzt Kai die Vision fort, hochwertige Hundefutterprodukte zu entwickeln, die Gesundheit und Wohlbefinden von Hunden fördern. Mit seiner Leidenschaft für die Tierernährung und seinem umfangreichen Wissen teilt Kai in seinen Blogartikeln wertvolle Tipps und Einblicke, um Hundehaltern zu helfen, die bestmögliche Ernährung für ihre Vierbeiner zu finden. Bubeck füttert die Hunde!

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