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18.01.20

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Krebserkrankungen beim Hund

Hunde sind nicht weniger anfällig für Krebserkrankungen, als Menschen. Sie sind den gleichen Umweltbedingungen und Einflüssen ausgesetzt, wie auch die Halter und können im Prinzip auch alle Formen von Krebs bekommen. Die Diagnose ist für den Hundebesitzer ein Schock – zunächst einmal, weil man das geliebte Tier in Lebensgefahr wähnt, aber auch, weil nun hohe Tierarztkosten auf den Geldbeutel zukommen. Die Überlebenschancen für Hunde mit Krebs waren noch vor wenigen Jahrzehnten nicht sonderlich hoch: Man konnte operieren, aber sowohl die Diagnostik, als auch die Therapiemöglichkeiten waren nicht so weit, wie heute.

Oft blieben vor allem innere, organische Krebsformen lange unentdeckt – konnte man dann endlich eine Diagnose stellen, war es für Operationen nicht selten schon zu spät. Heute gibt es auch für Hunde die Möglichkeit, mit Bestrahlungen und Chemotherapie behandelt zu werden – wenn dies die finanziellen Mittel des Besitzers erlauben. Die Krankheiten des Hundes richten sich nicht nach den Finanzen des Halters und nur ein geringer Prozentsatz der Hundehalter hat eine Krankenversicherung für das Haustier, das umfassend alle Kosten abdeckt. Die medizinischen Optionen haben sich also durchaus verbessert – die Problematik der Halter ist gleich geblieben.

Unterhält man sich mit anderen Tierhaltern, könnte man den Eindruck erlangen, dass sich die Krebsdiagnosen häufen. Diese Tatsache steht aber im direkten Zusammenhang mit den verbesserten Lebensbedingungen und der optimierten medizinischen Versorgung unserer Haustiere. Hunde werden im Durchschnitt einfach älter und damit steigt auch das Risiko, an Krebs zu erkranken. Vergleicht man die Zahlen in Bezug auf das durchschnittliche Lebensalter und Häufigkeit der Diagnosen, hat sich nicht wirklich etwas geändert.

Allgemeines zum Thema Krebs (beim Hund)

Unter Krebs versteht man zunächst einmal das unerwünschte Wachstum gewisser Körperzellen. Nicht immer bleibt eine solche Erkrankung an einem Organ/ an einer Stelle im Körper. Man spricht dann davon, dass der Tumor „streut“, das heißt, es bilden sich Metastasen. Mit zunehmendem Lebensalter geht bei den meisten Krebsarten das Wachstum der Tumorzellen eher langsam von statten; man kann durchaus sagen, dass – je eher ein Hund am Krebs erkrankt – es umso schneller geht, bis er lebensbedrohliche/ nicht mehr behandelbare Ausmaße annimmt.

Als Krebserreger stehen die gleichen Faktoren im Raum, wie auch beim Menschen. Zunächst einmal ist dies eine gewisse Veranlagung, die allerdings beim Hund noch durch die Züchtung einer bestimmten Rasseeigenschaft verstärkt werden kann (nicht muss!). Auch ein nicht intaktes Immunsystem ist Ursache mancher Krebserkrankung. Ansonsten handelt es sich bei den Ursachen um Umwelteinflüsse – Strahlungen, Chemie, Rauchen (Auch Hunde sind Passivraucher!) und so weiter.

Die Anzeichen: Früherkennung von Krebs beim Hund

Wie in der Humanmedizin kann es sein, dass ein Krebs schon längere Zeit wächst, bevor er wirklich Beschwerden macht beziehungsweise körperliche Symptome auslöst. Das Risiko lässt sich durch regelmäßige Check-ups beim Tierarzt senken, allerdings sparen viele Halter sich diese Besuche, solange sie bei ihrem Tier keine Auffälligkeiten bemerken. Es kommt natürlich auch darauf an, wo genau ein Tumor sitzt – der Hirntumor macht völlig andere Beschwerden, als zum Beispiel ein Karzinom an der Niere oder im Darm.

Das Problem bei den meisten Hunden ist, dass sie versuchen, ihrem Herrchen oder Frauchen nicht zu zeigen, dass sieSchmerzen haben. Sie sind ein wenig ruhiger, nicht mehr so aktiv, fressen ohne Appetit oder gar nicht: So sehen die ersten Anzeichen aus, die also durchaus für jedwede andere Krankheit oder Unpässlichkeit sprechen könnten.

Neurologische Ausfälle bei einem Hirntumor fallen auch erst ab einem gewissen Fortschritt der Krankheit auf. Der Tierarzt kann und wird darüber aufklären, wie der Stand der Dinge ist, nachdem er seine Diagnostik abgeschlossen hat. Hierzu stehen Laboruntersuchungen und bildgebende Maßnahmen (Ultraschall, Röntgen, MRT,…) zur Verfügung. Eventuell werden Biopsien vorgenommen, die über gutartige oder bösartige Tumorzellen Auskunft geben.

Heilungschancen bei Krebserkrankungen vom Hund

Wie eingangs bereits angeschnitten, haben sich diese Chancen auf eine Genesung in den letzten Jahren deutlich verbessert. Selbst, wenn aber ein Tumor inoperabel, das heißt, durch einen chirurgischen Eingriff nicht mehr zu entfernen ist, sind die medizinischen Möglichkeiten noch nicht ausgeschöpft. Mit Medikamenten kann die Lebensqualität eines Tieres deutlich länger in einem Maße gehalten werden, die das Einschläfern noch nicht zur Diskussion stellt.

Wenn Geld keine Rolle spielt, können ähnlich wie in der Humanmedizin viele Therapien durchgeführt werden. Nach einer Operation mit einer Chemotherapie und Bestrahlungen (oft nur in weit entfernten Spezial-Tierkliniken) gegen den Krebs beim Hund vorzugehen, ist nicht mehr undenkbar. Ein anderes Gewicht wird allerdings auf Lebensqualität und daher Sinn der Maßnahmen gelegt. Wo beim Menschen immer noch weiter therapiert und behandelt wird, entschließt man sich beim Hund, nicht mehr weiter zu machen, sondern ihn in den Tod zu entlassen, der sein Leiden beendet. Wenn Inkontinenz, dauernde Schmerzen, drastischer Gewichtsverlust durch Nahrungsverweigerung oder andere Probleme zu akut werden, lässt man das Tier besser in Frieden gehen. Das eigene Empfinden ist hier trügerisch, denn die Liebe zum Hund lässt natürlich (in Bezug auf die Hoffnung und den Wunsch nach mehr Zeit miteinander) für die Wahrheit blind werden. Der Tierarzt ist hier wiederum derjenige, der seine ehrliche Meinung aussprechen und schonend auf das nahe Ende vorbereiten sollte.

Schmerzen lindern – aber wie lange?

Wenn der Tierarzt keine Therapiemöglichkeit mehr sieht, heißt das nicht automatisch, dass nun schon ein Termin zum Einschläfern vereinbart werden muss. Vielmehr kommt es darauf an, wie der Hund sich fühlt. Frisst er noch, genießt er noch seine Kuscheleinheiten und mag noch Gassi gehen, besteht kein Grund für sofortiges Handeln. Unter Umständen können Schmerzen das aktuelle Hauptproblem sein. Diese zu lindern ist durch Medikamente durchaus noch einige Zeit möglich. So bleibt noch eine Gnadenfrist, in der man noch viele schöne Stunden mit seinem Liebling verbringen kann. Der nahe Abschied wird immer irgendwie im Raume stehen, aber andererseits kann man sich so sehr gut auf das Lebewohl vorbereiten.

Das Ende der Schmerztherapie ist erreicht, wenn trotz regelmäßiger Medikamentengabe kein erträglicher Allgemeinzustand mehr erreicht werden kann. Eine fast nebensächliche, nicht aber zu unterschätzende Maßnahme ist es, dem Hund für seinen Zustand eine angepasste Diät zu verabreichen. Die Krankheit Krebs kostet viel Kraft und Energie – das kann ein appetitloser Hund aber nicht stemmen. Auch zur passenden Ernährung bei jedem einzelnen Stadium einer beliebigen Krebserkrankung beim Hund gibt der Tierarzt eine individuelle Beratung, an die man sich als Tierhalter auch halten sollte.

 


 

Über den Autor

Kai Nagel – Geschäftsführer bei R.Bubeck & Sohn

Kai Nagel ist Geschäftsführer der ältesten Hundefutter-Manufaktur der Welt, Bubeck, die seit 1893 besteht. Geboren in eine Familie mit einer tiefen Verwurzelung in der Landwirtschaft und der Tierernährung, bringt Kai über 50 Jahre Erfahrung und ein umfassendes Verständnis für die Bedürfnisse von Hunden mit. Seit die Familie Nagel die traditionsreiche Firma 1982 übernommen hat, setzt Kai die Vision fort, hochwertige Hundefutterprodukte zu entwickeln, die Gesundheit und Wohlbefinden von Hunden fördern. Mit seiner Leidenschaft für die Tierernährung und seinem umfangreichen Wissen teilt Kai in seinen Blogartikeln wertvolle Tipps und Einblicke, um Hundehaltern zu helfen, die bestmögliche Ernährung für ihre Vierbeiner zu finden. Bubeck füttert die Hunde!

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