Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen

18.06.19

animal-12843078a0da

Was mache ich, wenn der Hundewelpe beißt?

Im Idealfall bleiben Hundewelpen bis zur vollendeten 12. Lebenswoche bei ihrer Mutter und im Rudel der Geschwister. Dies ist wichtig, um den Tieren gewisse grundlegende Dinge in ihrem Sozialverhalten anzueignen – geregelt von der Natur, da die Mutter und Geschwister diese Erziehungsaufgabe selbst übernehmen. Im Umgang miteinander lernen die kleinen Vierbeiner unter anderem auch, ihre spitzen und scharfen Zähnchen unter Kontrolle zu bekommen. Bis allerdings das Beißen bei Welpen vollkommen unter Kontrolle ist, muss der Besitzer einiges an Erziehungsarbeit leisten und klare Grenzen setzen.

Mit einem Hundewelpen zu spielen, bedeutet eigentlich automatisch, dabei auch Blessuren davon zu tragen. Natürlich meint der kleine Freund das nicht böse – es passiert im Eifer des Gefechts. Es darf nur nicht zur Gewohnheit werden, denn dann werden die Zähne zu einer mehr oder minder scharfen Waffe, die der Hund auch ein Leben lang benutzen wird. In Fachkreisen spricht man von der Beißhemmung, die man dem Tier nahebringen muss – sie ist Teil der Erziehung.

Bindung und Grundgehorsam als Grundlagen

Der kleine Wildfang, gerade eingezogen, wahrscheinlich frisch von seiner Familie getrennt, erlebt ein großes Abenteuer. Er erkundet seine neue Welt, lernt neue Dinge kennen und will spielen, spielen, spielen. Der Besitzer muss aber bei aller Liebe und Duldsamkeit beim Spiel auch daran denken, dass der Vierbeiner nebenbei Gehorsam und Vertrauen erlernen muss. Wird das Tier beim Spielen zu wild, sollte es daher beendet und später fortgesetzt werden. Für alles, was ein Hund nicht darf oder nicht richtig macht, braucht er ein Kommando: Ein verständliches, einfaches Wort, etwa „Schluss!“ oder „Aus!“ Egal, ob der neue Freund wild durch das Gesicht seines Besitzers leckt, keck am Hosenbein zerrt oder seine Zähne an der Hand ausprobiert: Bestimmt und verbunden mit dem Weggehen aus der aktuellen Situation müssen Sie zeigen – „Das darf jetzt nicht sein!“. Dies muss solange wiederholt werden, bis der Hund alleine auf das antrainierte und immer gleiche Kommando von selbst aufhört, das Unerlaubte beziehungsweise Unerwünschte zu tun. Konsequenz ist hier absolut unerlässlich. Je stärker die Bindung zum Menschen und damit der Gehorsam ihm gegenüber wird, umso selbstverständlicher wird das Ganze.

Falsche Reaktionen:

  • Lange Reden: Ihr Hund merkt am Tonfall, wie Sie gelaunt sind, kann jedoch nicht verstehen, wenn Sie ihm ausführlich erklären, dass er nicht beißen darf, weil das weh tut. Etwas lauter und sehr bestimmt muss das Kommando erfolgen. Zeigen Sie Ihrem Hund auch ruhig, dass Sie Schmerzen haben, wenn er beißt: Aus der Erfahrung mit seinen Geschwistern weiß er, auch diese quietschen laut, wenn er zu fest zugebissen hat.
  • Inkonsequenz: Nach dem Nein muss die Situation beendet werden. Spielen Sie weiter, spürt der Hund nicht die Folgen seines Handelns und versteht nicht, was Sie von ihm wollen. So wird er es immer wieder falsch machen und das Beißen auch nicht lassen. Ist der kleine Racker von seinem Spiel sehr erregt, verschaffen Sie ihm eine Auszeit: Leinen Sie ihn zur Beruhigung an seinem Schlafplatz an oder lassen Sie ihn in der Auto-Box ein paar Minuten verschnaufen.
  • Schlagen: Auch, wenn Sie gerade einen scharfen Schmerz durch einen Hundebiss erlitten haben und sich noch so ärgern, weil er „schon wieder“ übertrieben hat:; Schlagen Sie niemals zu, weder mit der Hand noch mit einem wie auch immer gearteten Gegenstand. Das ist alles andere als vertrauensfördernd und stört die Bindung zwischen Ihnen und Ihrem Welpen nachhaltig. Wenden Sie auf keinen Fall Maßnahmen, wie das Zuhalten der Schnauze an. Werden Sie „zum Hund“, wenn Sie eine Strafe anwenden wollen: Halten Sie das Tier fest und drücken Sie es mit sanfter Kraft zu Boden, denn SIE sind der Chef.

Sie werden feststellen, dass der Welpe sich auch beteiligt, wenn das Spiel gar nicht ihm gilt. Kinder, die fangen spielen oder wild im Garten herum balgen, sind Anlass genug für den Hund, da kräftig mitzumischen. Er hat keine Hände, kann nicht sprechen, also bleiben für ihn nur die Zähne als Handlungsmittel. Auch hier muss das bekannte Kommando zum Abbruch ausgesprochen und die Situation beendet werden.

Den Hund nicht durcheinanderbringen

Die Kinder darf er nicht beißen, einen Erwachsenen aber durchaus, wenn es um das Spielen geht? Einmal ist es süß, wenn er am Hosenbein zieht, ein anderes Mal, wenn die gute Hose getragen wird, darf er es nicht? Den alten Schuh darf er zerkauen und für den Hausschuh von Herrchen gab es Ärger? Das sind Dinge, die der Hund nicht versteht. Eine klare Linie ist zwingend erforderlich – die Frage nach dem „Entweder – Oder“ muss für jedes Thema ein für alle Mal beantwortet werden.

Möbel und Wäsche zum Tabu erklären

Manche Welpen mehr und andere weniger – irgendwann jedoch wird jedes Jungtier in der Wohnung Schäden mit seinen Zähnen anrichten. Hat der Welpe etwas kaputt gemacht, während Sie nicht zuhause waren, hilft das Schimpfen oder Bestrafen nichts mehr. Sie müssen ihn auf frischer Tat ertappen. Sofort nehmen Sie ihm mit dem erlernten Beendigungskommando den Verbotenen Gegenstand weg und geben ihm etwas, das für ihn erlaubt ist, um daran weiter zu kauen. Tischbein – Nein! Kauknochen – Ja! Das sind Zusammenhänge, die der Hund versteht. Die Erklärungen dazu interessieren ihn nicht die Bohne.

 


 

Über den Autor

Kai Nagel – Geschäftsführer bei R.Bubeck & Sohn

Kai Nagel ist Geschäftsführer der ältesten Hundefutter-Manufaktur der Welt, Bubeck, die seit 1893 besteht. Geboren in eine Familie mit einer tiefen Verwurzelung in der Landwirtschaft und der Tierernährung, bringt Kai über 50 Jahre Erfahrung und ein umfassendes Verständnis für die Bedürfnisse von Hunden mit. Seit die Familie Nagel die traditionsreiche Firma 1982 übernommen hat, setzt Kai die Vision fort, hochwertige Hundefutterprodukte zu entwickeln, die Gesundheit und Wohlbefinden von Hunden fördern. Mit seiner Leidenschaft für die Tierernährung und seinem umfangreichen Wissen teilt Kai in seinen Blogartikeln wertvolle Tipps und Einblicke, um Hundehaltern zu helfen, die bestmögliche Ernährung für ihre Vierbeiner zu finden. Bubeck füttert die Hunde!

Der BUBECK Blog

Wissen rund um Hunde, Katzen und gesunde Ernährung

Blogs filtern

dog-1343049_1920fd5a6

Hunde sind als Lebewesen durchaus mit einem eigenen Gefühlsleben ausgestattet, das durchaus auch ins Wanken kommen kann. Zwar gibt es nicht die gleichen Zwangsstörungen, wie sie beim Menschen bekannt sind (Ritzen etc.) doch der Hund zeigt durchaus, wenn s

kitty-551554klein431e2

Nicht alle Katzen haben das Glück, ein glückliches Leben bei tollen Menschen zu führen. Im Gegensatz zur geliebten Hauskatze gibt es viele Artgenossen, die krank und voller Not ein Leben abseits von Kratzbaum, Katzentoilette und Kuscheldecke führen müssen

cat-10413249194e

Wer sich ein Haustier zulegt, muss neben vielen anderen Faktoren auch bedenken, dass es sich bei dieser Verantwortung meist nicht um eine kurzfristige Sache handelt. Sich für ein junges Kätzchen zu entscheiden, bedeutet eine Verantwortung von rund 20 Jahr

katze_pfote_bubeck_petfood674af

Sieht man ein Baby Kätzchen, denkt man wahrscheinlich nicht im Entferntesten daran, dass die Tiere irgendwann auch geschlechtsreif werden. Unbeholfen und so unsagbar süß tollen die Kitten durch die Wohnung, erfreuen sich ihres Lebens und sind auf der Such

bobtail-bubeck_petfood60d0c

Eigentlich kennen die meisten Menschen den Bobtail nur unter diesem Namen. Nur wenige wissen, dass er auch unter der Bezeichnung Old English Sheepdog, zum Beispiel in Fachliteratur, zu finden ist. Die markanteste Eigenschaft des Hundes ist sein Fell, über

adorable-1866530kleince17b

Die läufige Hündin ist durch ein Loch in der Hecke entwischt und kommt einige Stunden später reumütig nach Hause. Nach der ersten Erleichterung über die Tatsache, dass sie nicht von einem Auto erwischt wurde und keine anderweitigen Schäden davongetragen h

rottweiler-kleina3595

Wieder einmal mahnende Worte vorneweg: Die Schwangerschaft einer Hündin ist kein Spaß, kein Abenteuer. Hier handelt es sich um Lebewesen, für die man Verantwortung hat. Gut überlegt und mit der Sicherheit, auch für den Nachwuchs das Beste erreichen zu kön

hund_700_525122e6

Die Leber ist ein wichtiges Organ – beim Hund wie auch beim Menschen. Die allgemeine Gesundheit ist recht schnell deutlich angeschlagen, wenn die Leber von einer Krankheit betroffen ist. Es gibt angeborene Lebererkrankungen, diese können aber auch durch V