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20.06.19

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Was ist bei einer Discopathie bzw. beim Bandscheibenvorfall bei Hunden zu tun?

Menschen mit der Diagnose Bandscheibenvorfall können ein Lied davon singen, wie sehr man bei dieser Erkrankung von Schmerzen und anderen unangenehmen Symptomen (Taubheit, Lähmungen usw.) gequält wird. Nicht selten verliert man seine Arbeitsfähigkeit, ist zur Erwerbsunfähigkeitsrente genötigt, was unter Umständen finanzielle Einbußen, vor allem aber eine Beeinträchtigung der Lebensqualität bedeutet. Auch bei Hunden sind Bandscheibenvorfälle nicht so selten – vor allem Tiere mit einem langen Rücken (im Verhältnis zur Länge der Beine) sind betroffen. Umgangssprachlich ist die Rede von „Dackellähme“, auch wenn eine andere Hunderasse betroffen ist.

Auch Hunde haben im Falle einer Discopathie – so der medizinische Fachbegriff für den Bandscheibenvorfall – eine schmerzhafte Leidensgeschichte vor sich. Neben den Schmerzen kommt es auch bei Tieren zu Lähmungserscheinungen bis hin zum Verlust der Gehfähigkeit sowie zur Inkontinenz, weil die Nerven, die die Blasen-/ Darmtätigkeit steuern, von der Lähmung mit betroffen sein können.

Auch bei Hunden unterteilt sich die Wirbelsäule in mehrere Bereiche: Die Halswirbelsäule, die Brustwirbelsäule und die Lendenwirbelsäule. Unterschieden wird zwischen unvollständigen und vollständigen Bandscheibenvorfällen. Alleine aus diesen Angaben kann man ableiten, wie viele unterschiedliche Krankheitsbilder es gibt.

Merke! Der Bandscheibenvorfall beim Hund ist nicht mit der berüchtigten HD Erkrankung (Hüftdysplasie) zu verwechseln, wenngleich das Krankheitsbild oft ähnlich erscheint. 

Sehr vereinfacht gesagt rutscht die Bandscheibe aus ihrem Platz zwischen zwei Wirbelkörpern, wo sie zur Stoßdämpfung dient, heraus und drückt auf das Rückenmark. Je nachdem, wie stark das Rückenmark und die darin verlaufenden Nerven beeinträchtigt werden, umso stärker sind die Schmerzen und auch die neurologischen Ausfälle. Durch die Schmerzen und teilweise Lähmungen kommt es zu Schonhaltungen, die für Muskelverhärtungen sorgen – diese verstärken die Schmerzsymptomatik noch zusätzlich.

Ursachen für Bandscheibenvorfälle bei Hunden

Auch hier ist der Unterschied zur Humanmedizin nicht allzu groß. Altersbedingte Schädigungen, zum Beispiel durch das Verkalken oder Abnutzen der Bandscheibe, sind eine Ursache. Ein weiterer Hauptgrund ist das Übergewicht, vor dem alle Tierärzte ausdrücklich warnen, da neben den üblichen Begleiterscheinungen, wie Diabetes und Herzerkrankungen eben auch Gelenke in Mitleidenschaft gezogen werden. Eine Überbelastung (zum Beispiel durch jahrelanges Treppensteigen) kommt als zusätzlicher Auslöser von Bandscheibenproblemen in Frage.  Bei Hunden gibt es mehr oder weniger gefährdete Rassen, was sich im Körperbau (wie oben beschrieben, das „lange Kreuz“) begründet.

Ist eine Bandscheibe durch einen der zuvor genannten Gründe vorgeschädigt, reicht eine falsche Drehung, ein Sprung, Stoß oder Sturz aus, um den Vorfall auszulösen. Je nach Rasse und Lebensumständen kann ein Bandscheibenvorfall schon ab dem 4 Lebensjahr, in Ausnahmen auch schon eher auftreten.

Anzeichen: Hat mein Hund einen Bandscheibenvorfall?

Plötzlich will der Hund nicht mehr auf das Sofa springen? Bleibt er vor der Treppe, die er sonst freudig hinauf und hinunter gerast ist, stehen? Das ist ein deutliches Zeichen dafür, dass er Schmerzen hat. Hunde zeigen Rückenschmerzen, indem sie eine Art Katzenbuckel machen, das heißt, sie krümmen ihren Rücken nach oben. Fällt Ihnen eine solche veränderte Körperhaltung auf, müssen Sie umgehend den Tierarzt aufsuchen.

Lahmt der Hund an einem Hinterbein, könnte er sich auch etwas eingetreten oder eine verletzte Kralle haben. Kontrollieren Sie dies und wenden Sie sich im Zweifelsfall ebenfalls umgehend an einen Arzt. Die Lahmheit kann auch das gesamte Hinterteil betreffen, wobei der Hund dann seine gesamte hintere Partie hinter sich herzieht. Nun ist Eile geboten. Diese vollständige Lähmung geht oft auch mit (vorübergehender) Inkontinenz einher. Schon bei einer teilweisen Lähmung kommt es vor, dass Hunde im Stand kippen oder wackelig stehen.

Behandlungsmöglichkeiten

Je nachdem, wie stark ein Bandscheibenvorfall beim Hund ist und wo genau er angesiedelt ist, gibt es – wiederum wie beim Menschen – unterschiedliche Behandlungsmethoden. Unterlassen Sie beim Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall bei Ihrem Hund jegliche Selbstbehandlung. Suchen Sie baldmöglichst Ihren Tierarzt auf – er wird Ihnen zur richtigen Therapie raten. Hier kommen in der Hauptsache drei Möglichkeiten in Frage:

  1. Medikamente und Ruhe
  2. Krankengymnastik bei Physiotherapeuten für Hunde
  3. Chirurgischer Eingriff

Kombinationen aus diesen drei Alternativen sind denkbar. Die ausschließliche Schmerzbehandlung mit Medikamenten ist mit dem Risiko behaftet, dass der Hund seine Schmerzen nicht mehr spürt und es bei der Bewegungsfreude übertreibt – und damit letztendlich das Krankheitsbild verschlimmert.

Achtung! Lassen Sie in jedem Fall die Finger weg von Humanmedizinischen Medikamenten. Schon kleine Dosen von Ibuprofen oder Diclofenac (und anderen Mitteln) richten irreparable Schäden beim Hund an und können sogar zum Tode führen.

Vorbeugende Maßnahmen

  • Rückenschonendes Leben für Hunde zu ermöglichen, ist gar nicht so schwer, wenn man einige Dinge konsequent beachtet.
  • Sorgen Sie für hundegerechte und vor allem ausreichende Bewegung und vermeiden Sie konsequent Übergewicht!
  • Lassen Sie Ihren Hund nach Möglichkeit weder aufwärts noch abwärts Treppen steigen. Auch Sprünge aus dem oder in das Auto, auf das Sofa oder ins Bett und wieder hinunter schaden der Wirbelsäule beziehungsweise nutzen die Bandscheiben ab.
  • Übertriebenes Herumtollen und Ausarbeiten kann nachhaltig den Rücke schädigen.
  • Kälte und zugige Luft sind schlecht für Hunderücken
  • Beim Hochheben den Rücken des Hundes abstützen und nach Möglichkeit gerade halten.

 

Über den Autor

Kai Nagel – Geschäftsführer bei R.Bubeck & Sohn

Kai Nagel ist Geschäftsführer der ältesten Hundefutter-Manufaktur der Welt, Bubeck, die seit 1893 besteht. Geboren in eine Familie mit einer tiefen Verwurzelung in der Landwirtschaft und der Tierernährung, bringt Kai über 50 Jahre Erfahrung und ein umfassendes Verständnis für die Bedürfnisse von Hunden mit. Seit die Familie Nagel die traditionsreiche Firma 1982 übernommen hat, setzt Kai die Vision fort, hochwertige Hundefutterprodukte zu entwickeln, die Gesundheit und Wohlbefinden von Hunden fördern. Mit seiner Leidenschaft für die Tierernährung und seinem umfangreichen Wissen teilt Kai in seinen Blogartikeln wertvolle Tipps und Einblicke, um Hundehaltern zu helfen, die bestmögliche Ernährung für ihre Vierbeiner zu finden. Bubeck füttert die Hunde!

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