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28.10.19

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Rottweiler - Der Hund, der einen selbstbewussten Halter braucht

Viele Menschen haben großen Respekt vor dem Rottweiler, weil dieser einfach durch seine bullige Statur, seine Größe und sein selbstsicheres Auftreten in gewissem Maße angsteinflößend wirken kann. Sind diese Tiere jedoch vernünftig erzogen und sozialisiert, sind sie lammfromme und kinderliebe Begleiter, die treu und zuverlässig an der Seite ihrer Familie leben. Die Hunderasse wird liebevoll auch „Rotti“ genannt und gehört zu den mittelgroßen bis großen Rassen.

In Fachkreisen geht man davon aus, dass die alte Hunderasse schon im antiken Rom ihre Aufgabe als Hütehunde beziehungsweise Schutzhunde zugewiesen bekamen. Sie waren Begleiter der Legionen, die bekanntlich über die Alpen in den heute deutschen  Raum kamen. Im heutigen Rottweil fand eine Vermischung mit heimischen Hunden statt – so entstand der heute bekannte Rottweiler.

Rottweiler: Das Aussehen

Wie bei allen Hunden ist das Weibchen bei Rottweilern etwas kleiner und leichter, als das Männchen. Der Rüde bringt es auf ein Schultermaß von nahezu 70 cm, während die Hündin bei maximal 63 cm aufhört, zu wachsen. Dementsprechend verhält sich auch das Körpergewicht zur Größe, das beim weiblichen Rottweiler zwischen 35 und 48 Kilo stark variiert, aber auch beim Rüden zwischen 50 und 60 Kilo eher überraschend enden kann. Bezeichnend für den Rotti sind sein massiger Körperbau, durch und durch mit Muskeln bepackt, und sein breiter Schädel. Ebenfalls markant ist der gerade Rücken mit einer waagerechten Rute.

Schwarz als dominierende Grundfarbe gehört zur Rassebeschreibung. Dazu kennt man auf dem Fell verschiedene braune Abzeichen. Diese „Flecken“ finden sich an den Extremitäten, an der Rutenwurzel, in der Gesichtspartie und im Brustbereich. Sie haben eine rötlich braune Einfärbung und lassen sich klar abgrenzen. Das Fell ist gleichmäßig kurz und sehr dicht und zeigt beim gesunden Hund einen schönen Glanz. Fellpflege ist bei den kurzen Haaren nicht unbedingt ein essentielles Thema. Es empfiehlt sich aber dennoch, den Hund im Welpenalter an diese Prozedur zu gewöhnen, einfach um uneingeschränkt und jederzeit Zugang zum Körper des Tieres zu haben, um ihn auf Verletzungen, Parasiten oder andere Auffälligkeiten überprüfen zu können. Außerdem genießt er die Zuwendung und Massage ungemein.

Die Augen der Rottweiler sind schwarz, eventuell mit blauen Pigmentierungen, und dunkel gerahmt. Verhältnismäßig klein und dreieckig fallen die hängenden Ohren des Rottweilers aus.

Rottweiler werden – oft absichtlich – mit vielen anderen, ebenfalls größeren Hunden verpaart. Dabei kann es vorkommen, dass die Merkmale des Rottis im Wurf teilweise, überhaupt nicht oder voll durchschlagen, man zum Beispiel erst eine Generation später feststellt, dass ein Rottweiler in der Ahnenschaft gewesen sein muss. Das Ergebnis solcher Kreuzungen ist also ziemlich sicher ein Überraschungspaket. Beliebte Kreuzungspartner sind Schäferhund, Labrador, Dobermann und andere Vertreter der mittelgroßen bis großen Rassen.

Rottis haben einen guten Charakter

Auf den ersten Blick kaum erkennbar ist die Tatsache, dass diese doch sehr kraftstrotzenden Hunde sehr treu und anhänglich sind, ihre Besitzer ohne Wenn und Aber geradezu vergöttern. Es gibt nicht viel, was die Hunde erschrecken kann – von den meisten Dingen (Knall, Lärm einer Baustelle) bleiben sie relativ unbeeindruckt. Rottweiler haben einen ausgeprägten Beschützerinstinkt, was bei mangelnder Erziehung zu Problemen führen kann. Früher machten sich die Besitzer diese Eigenschaft aber sehr zu Nutze. Ein anderer Name für den Rotti war beziehungsweise ist auch heute noch manchmal „Metzgerhund“. Dies rührt daher, dass die Eigentümer, vornehmlich Landwirte und Fleischer, sie zum Bewachen des Viehs, aber auch ihres Reichtums einsetzten. Nicht der Mensch, sondern der Hund trug die Barschaft des Eigentümers um den Hals gebunden bei sich und blieb aufgrund seiner Respekt einflößenden Optik ach meistens unbehelligt.

Gefahr von Krankheiten beim Rottweiler

Rottweiler werden im Durchschnitt nur etwa 8 bis 10 Jahre alt. Beim Züchter informiert man sich am besten vor dem Kauf über Vorkommen von ED, HD und sonstige Erkrankungen. Sollte beim eigenen Hund eine Krankheit auftreten, ist es sinnvoll, dem Züchter diese Diagnose ebenfalls mitzuteilen, um durch andere Verpaarungen diese Erbkrankheiten zu dezimieren. Erblich bedingt neigen die Rottis zu Kreuzbandrissen, zu Herzproblemen oder der einen oder anderen Rückenmarksentzündung. Übergewicht bei diesem Hund kann nicht nur Folge von Überfütterung sein – auch eine Unterfunktion der Schilddrüse ist als Erbkrankheit bekannt. Fehlen die erblichen Vorbelastungen, ist der Rottweiler nur wenig anfällig gegen Erkrankungen – selbstredend abhängig von der Ernährung und der Haltung.

Die Haltung vom Rottweiler

Der Rottweiler ist kein Stubenhocker – er möchte sich bewegen und beschäftigen. Nicht nur bei einem gemäßigten Spaziergang, sondern immer wieder auch „richtig“ mit Power und Geschwindigkeit. Hat der Hund nicht die Möglichkeit, seine Kraft in Bewegung und geistige Herausforderung umzuwandeln, sind 2 Folgen quasi unvermeidlich.

  1. Die erste Folge ist für den Hund tragisch, denn Übergewicht, das er ohne Bewegung sozusagen zwangsläufig anlegen wird, schadet seinem Körper, und zwar seinen Gelenken und auch den Organen. Zum gemäßigten Spaziergang, für die Gesundheit der Gelenke von Vorteil, muss also regelmäßig auch ein Powertraining, am besten im Garten und mit geliebten Spielzeugen stattfinden. Überbelastung, zum Beispiel durch zu viele Sprünge, sollte aber vermieden werden.
  2. Die zweite Folge wird eher der Halter zu spüren bekommen – denn die überschüssige Energie kann sich auch in unerwünschtes Fehlverhalten umwandeln. Dieses Fehlverhalten kann sich in Zerbeißen, maßlosem Buddeln, Scharren und auch Bellen äußern. In manchen Fällen dringt der Schutztrieb wieder unkontrolliert in den Vordergrund.


Die Erziehung eines Rottweilers beginnt ab dem ersten Tag seiner Anwesenheit in der neuen Heimat. Liebevolle, aber ausnahmslos gezeigte Konsequenz ist bei diesem selbstbewussten Hund unerlässlich. Die Sozialisierung muss mit Menschen und anderen Tieren stattfinden. Unheimlich wichtig ist das Training zur Leinenführigkeit, da man schnell mit der Kraft des Rottis überfordert ist, wenn dieser sich nur etwas in die Leine hängt. Gleiche Bedeutsamkeit hat aber auch die bedingungslose Abrufbarkeit der Hunde, die, egal, ob sie hinter einer Katze her sind, mit einem anderen Hund Streit bekommen oder das eigene „Rudel“ verteidigen, ansonsten kaum zu bändigen sind. Um in jeder Situation Herr der Lage (und über seinen Hund) zu bleiben, muss mit dem Rottweiler jede erdenkliche Situation eingeübt werden – der Bummel durch die Stadt, sofern gewünscht, ebenso, wie der Waldspaziergang an der Schleppleine oder der Besuch von Briefträger & Co., Verwandten und Fremden. Rottweiler finden sich oft als Gebrauchshunde, nach einer soliden Ausbildung leisten sie zum Beispiel wertvolle Dienste bei Polizei.

  • Hat die Erziehung gefruchtet, bekommt man einen wunderbaren, treuen und bedingungslos liebenden Weggefährten, mit dem man auf Fingerzeig durch Dick und Dünn gehen kann. Eigenes Selbstbewusstsein ist bei einem Hund dieser Charakterklasse unerlässlich.

 


 

Über den Autor

Kai Nagel – Geschäftsführer bei R.Bubeck & Sohn

Kai Nagel ist Geschäftsführer der ältesten Hundefutter-Manufaktur der Welt, Bubeck, die seit 1893 besteht. Geboren in eine Familie mit einer tiefen Verwurzelung in der Landwirtschaft und der Tierernährung, bringt Kai über 50 Jahre Erfahrung und ein umfassendes Verständnis für die Bedürfnisse von Hunden mit. Seit die Familie Nagel die traditionsreiche Firma 1982 übernommen hat, setzt Kai die Vision fort, hochwertige Hundefutterprodukte zu entwickeln, die Gesundheit und Wohlbefinden von Hunden fördern. Mit seiner Leidenschaft für die Tierernährung und seinem umfangreichen Wissen teilt Kai in seinen Blogartikeln wertvolle Tipps und Einblicke, um Hundehaltern zu helfen, die bestmögliche Ernährung für ihre Vierbeiner zu finden. Bubeck füttert die Hunde!

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